Andachten zum Monatsspruch
Juni 2026
„Eigene Betroffenheit verändert den Glauben“, diesen Satz habe ich mal irgendwo gelesen und zitiere ihn seitdem oft. Denn es ist etwas anderes, ob ich von etwas lese, es sehe oder davon erzählt bekomme – oder ob ich es selbst erlebe.
Der Vers aus dem Hebräerbrief fordert uns auf, erweiterter zu denken, nämlich unser Mitgefühl mit hineinzunehmen. Und er zeigt uns sogar eine Art Anleitung, wie wir das tun können: über unseren eigenen Körper. Mit-fühlen, mit-spüren, wie es ist, gefangen oder misshandelt zu sein. Das ist harter Tobak. Und die Frage bleibt, ob das wirklich geht.
Wir Christen glauben, dass Gott in Jesus ein Mensch geworden ist wie wir. Und dass er so alles Menschliche erlebt hat: Hunger und Durst, Freude und Lachen. Und eben auch Schmerz und Leid – bis ans Kreuz. Und der Hebräerbrief erinnert uns daran, dass das unsere Aufgabe als Christen ist, dieses Mitdenken, Mitfühlen und Mitleiden – für andere.
Ihr Pfarrer Uwe Neumann