Andachten zum Monatsspruch

November 2026

Der HERR wird Recht schaffen zwischen den Nationen und viele Völker zurechtweisen. Dann werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden und ihre Lanzen zu Winzermessern. Sie erheben nicht das Schwert, Nation gegen Nation, und sie erlernen nicht mehr den Krieg.

Jes 2,4 (E)

Schwerter zu Pflugscharen – das war das Motto der Friedensbewegung in den 80ziger Jahren. Lange war es verschwunden oder vielleicht sagen wir besser, es war nicht ganz so präsent. Im Sommer habe ich es zufällig wiederentdeckt – an der Stadtkirche St. Jacob in Köthen, Sachsen-Anhalt. Regenbogenbunt der Hinweis „Kirche geöffnet“, eine einladende offene Tür und darüber klare Botschaften: Schwerter zu Pflugscharen! Selig sind, die Frieden stiften! Die Friedenstaube mit dem Ölzweig! Zunächst wirkte die Kirchentür irgendwie ein wenig aus der Zeit gefallen… Passen die Bilder und Botschaften heute noch? Was lösen sie aus? Vielleicht werden sie belächelt und als naiv abgetan – schließlich ist heute alles so verwirrend, komplex, kompliziert, globalisiert…

Bei mir hat der Anblick der einladenden Kirchentür mit den vielen Friedenssymbolen ein gutes Gefühl ausgelöst, das mich an friedensbewegte Zeiten erinnert hat. Nein - die Friedensbewegung ist nicht verschwunden - vielleicht war sie eine Zeit lang nicht ganz so präsent… doch immer mehr Friedensbewegte tauchen (wieder) auf und zeigen sich! Menschen engagieren sich für die Demokratie, beziehen Stellung gegen rechtsextreme Gesinnung, setzen sich ein für Menschenwürde! Und Kirche lädt regenbogenbunt alle friedensbewegten Menschen ein und (er-)öffnet Räume für stärkende Gemeinschaft! Ein Motto für die Kirchentüren: Christus ist unser Friede! Gemeinsam setzen wir uns ein für Gerechtigkeit, für die Bewahrung der Schöpfung – und für FRIEDEN!

Pfarrerin Friedhilde Lichtenborg, Klinikseelsorgerin

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